Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) klagt gegen Schiedsspruchentscheid im Entlassmanagement

Wer hätte das gedacht, der Streit zwischen Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und Krankenkassen zur Optimierung des Entlassmanagement geht in die nächste Runde: Nachdem durch den Schiedsspruchentscheid im Herbst 2016 eine Umsetzung der im Versogungsstärkungsgesetz geforderten Verbesserungen im Entlassmanagement zum 01. Juli 2017 geregelt schien, wirft die angekündigte Klage der DKG nun den Zeitplan erneut über den Haufen.

In der offiziellen DKG Mitteilung liest man hierzu: „Das Ansinnen des Gesetzgebers, den Übergang von der stationären Versorgung für bestimmte Patienten deutlich leichter zu gestalten, war und ist unser Anspruch. Aber das von Kassen und niedergelassenen Ärzten vorgesehene System ist ein bürokratisches Monster, das den Krankenhausärzten Zeit stiehlt, die sie zur Versorgung von Menschen benötigen.“ Denn: „Jeder Patient aus teil- und vollstationärer Behandlung müsste, egal ob er es bräuchte oder nicht, einem Entlassmanagement unterzogen werden. Zu diesem formalen Prozess gehören Informationsgespräche und das Ausfüllen von zwei Formblättern, mit der Möglichkeit des Patienten, datenschutzrechtliche Einwände zu erheben – und das bei 19 Millionen Patienten. Dies würde mindestens 50 Millionen Minuten Arbeitszeit binden, also rund 100.000 Arbeitstage, die zum Wohl des Patienten effektiver eingesetzt werden könnten.“

Dominik Deimel, der sich als Gründer und Geschäftsführer der com2health seit sechs Jahren u.a. für verbesserte Kommunikation und Koordination im Aufnahme- und Entlassmanagement von Krankenhäusern einsetzt, wünscht sich eine schnelle Einigung der offenen Fragen im Sinne der Versorgungsstärkung der betroffenen Patienten. Seine Empfehlung hierzu: „Wir benötigen mehr Anreize für die Krankenhäuser, die übergreifende Versorgung der Patienten mit Interventionsbedarf bei Entlassung weiter zu verbessern. Krankenhäuser sollten erkennen, dass ihre Kompetenz in der Zusammenarbeit mit ihren Versorgungspartnern in der Region sowie mit ihren Patienten und pflegenden Angehörigen ein Alleinstellungsmerkmal für sie darstellt, das ihre Auslastung sichert. Somit sollte die DKG ihre Mitglieder weiter motivieren, in den Aufbau von personellen Strukturen im Entlassmanagement und die digitale Vernetzung zu investieren.“

Wie es jetzt weiter geht ist wieder offen, sollte die Klage vor dem  Sozialgericht angenommen werden, droht die Umsetzung der im Vertrag zum Entlassmanagement geregelten Prozesse zum 01. Juli 2017 in Frage zu stehen. Dies betrifft insbesondere die neuen Möglichkeiten der Krankenhäuser zur Verordnung von Medikationen, der Ausstellung von AU Bescheinigungen und weiteren Behandlungsleistungen bis zu 7 Tagen nach Entlassung. Auch wird erwartet, dass die Krankenkassen jetzt erst einmal abwarten, wie sich der weitere Prozess gestaltet, bevor sie sich aktiv in die Umsetzung des Entlassmanagements für ihre Versicherten bemühen. Damit würde sich die notwendige Prozessverbesserung erneut um weitere Monate verschieben, wovon am Ende die Patienten sowie ihren pflegenden Angehörigen betroffen wären.

com2health kann heute schon aufzeigen, wie Krankenhäuser durch die Einführung einer Patientenkoordination und der konsequenten Digitalisierung ihre Prozesse im Entlassmanagement in den letzten Jahren optimiert haben. Unabhängig von weiteren gesetzlichen Vorgaben und Regelungen lohnt es sich für Krankenhäuser daher, ihre Auslastung durch stetig verbesserte Patientenservices und regionaler Vernetzung weiter zu verbessern.

By | 2017-02-13T16:12:43+00:00 13 Februar 2017|Allgemein|0 Comments

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